Zungenbrecher der Liebe

Zaghaft ziehen sich zwei Zikaden zurück in ihr Zuhause.
Ich schaue zu, wie sie zankend zum Zitronenbaum gehen.
In meinem kleinen Garten mit Zimt und Zuckerrohr
Zierpflanzen die gar keine echten Pflanzen sind!
„Genauso,
wie deine Liebe“, denke ich.
Zitternd, zwischen zweimal Augenzwinkern fließt eine Träne.
Eigentlich, fließen zahlreiche Tränen von meinen zarten zerbrechlichen Wangen
und ich frage mich wieso sich zwei zurückziehende Zikaden in meinem Zitronenbaum Garten zärtlich zanken und am Ende des Abends eine schönere Nacht haben als ich!
Zerknirscht zwischen Zucchini und Zierkürbis sitzen wir zusammen.
Ich weiß noch, letzten Sommer zu dieser Zeit hast du mich unter den zartgrünen Blättern zärtlich geküsst und meine nun so zitternde Hand zauberhaft in die deine gelegt.
Zuversichtlich zuvorkommend zuverlässig,
diese Wörter waren zutreffend für uns.
Zumindest zu damaliger Zeit.
Jetzt jedoch, würde ich dich am liebsten zornig zusammen schlagen bis du zehnteilig zerstreut in meinem Zitronengarten liegst!
Ich suche zwischen den Zeilen, auf der Suche nach Zeichen muss ich mich zusammen reißen nicht wieder an die glücklich zankenden Zikaden zu denken.
Über uns: Zugvögel.
Sie fliegen zusammen zurück in ihr Glück, vielleicht nach Zypern denn sie mögen es nicht kalt.
Ich mag es auch nicht kalt.
Ich mag es warm.
Ich mag dich.
Aber du bist eine zeitraubende Zecke die alles Glück aus mir gesaugt hat und es am Ende auch noch zelebriert hat.
Du wirfst mich aus meiner Bahn wie die Zentrifugalkraft, zerberste ich zerbeult bin ich zerbrochen.
Wie konntest du es nur zulassen dass unser Zusammensein in einer so zerrütteten Zukunft zerschellt!
Und jetzt sitzen wir hier.
Zwischen zwei Zwetschgenzweigen, das eine Herz am leiden das andere am zerreißen.
Bist du mich inhaltslos am zutexten.
Erinnerst du mich immer und immer mehr an ein Zuckerfreies Süßgetränk,
dass ziemlich zynisch rumzickt.
Zerstörerisch zerstichst du meine Luftballonträume.
Zögernd doch Zielbewusst, meldest du dich wieder zu Wort.
Du sagst:
„Ich weiß, wir sind zerstritten, die Beziehung zertrümmert zertrennt tut es mir leid das unsere Ziele ziellos zerfielen.
Aber ich bin ein zeitloser Mann, ich will weiter ziehen ohne Zuhaus‘.“
Du zückst deine zahllose Uhr mit zahlreichen Worten verabschiedest du dich zügig und gehst zufrieden von dannen.
Will das du zurückkommst, zurücksiehst, zurückrennst.
Zu mir auf die zerbrochene zugige Gartenbank .
Doch alles was zurück kommt – zurück bleibt
Bin ich.
In meinem Zitronen Zucchini Zypern Zuckerrohr Garten
beiße ich schließlich in die saure Zitrone namens Liebe.



© JPeachi – Johanna








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Spieglein, Spieglein an der Wand

“Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?”
so antwortete der Spiegel:
“Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.”

Da war sie zufrieden,
denn sie wusste, dass der Spiegel die Wahrheit sagte.
So verging die Zeit, so hat sie entschieden
zurück zum Spiegel zu kommen.
Denn sie hatte vernommen,
die anderen Mädchen seien so schön wie die Sonne
Die Haare so gülden lang
zart weicher Gesang
stolzierten sie durch die Welt
so sah man ihre Schönheit gar am Himmelszelt
Der Spiegel venahm ihr Leiden
und sagte bescheiden:
“Ich sah immer nur meine Königin,
Ihr seid meine Welt, mein Augapfel der Liebe.
für euch würde ich kämpfen in tausenden Kriegen”
Die Königin blickte traurig nieder
nickte
“Aber wo ist mein langes Haar,
scheinbar unvorstellbar
wie es sein muss so schön zu sein,
einst eine Blume im Frühlingsjahr!“
Der Spiegel veletzt:
“Aber ich bin doch Euer Spiegelbild
Solch ein Leid lässt das Glas tief in mir brechen
und ich bin nicht gewillt
in die Seelens Narben zu stechen.
Denn so wie mein Glas bricht,
so bricht nicht nur der Spiegel sondern zugleich
wir beide gemeinsam..”